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Schritt für Schritt zur Fußbodenheizung

Eine Fußbodenheizung sollte gut geplant werden.

Eine Fußbodenheizung sollte gut geplant werden.

Bei 30° Grad und strahlendem Sonnenschein will man nicht über eine Fußbodenheizung nachdenken. Doch wer im Winter warme Füße haben und eine Fußbodenheizung installieren möchte, sollte bereits jetzt über die Planung und Montage nachdenken. Und übrigens: wusstet ihr, dass man mit einer Fußbodenheizung auch kühlen kann? So lässt sich die Hitzewelle doch viel besser aushalten.

Doch zurück zur Planung. Wir vom Baudochselbst-Team haben es uns zur Aufgabe gemacht, euch bei Planung, Auslegung, Verlegung und Inbetriebnahme der Fußbodenheizung umfassend zu unterstützen. Zwar lässt sich eine Fußbodenheizung fast überall realisieren, jedoch müssen vor der Verlegung einige Fragen geklärt werden:

1. Handelt es sich bei meinem Bauprojekt um Neubau oder Umbau?

Bei Neubauten werden meistens Fußbodenheizungssysteme mit Nassestrich eingesetzt, wie z.B. das Noppenplattensystem oder Tackersystem. Bei der Sanierung von bereits bestehenden Gebäuden muss meistens auf eine niedrige Aufbauhöhe und ein geringes Gewicht geachtet werden. Beliebte Systeme für den Umbau sind das Trockenbausystem, das Holzfasersystem oder das Dünnschichtsystem mit spezieller Vergussmasse von Sopro. Bei Trockenbausystemen werden generell Trockenestrichelemente als Lastverteilschicht eingesetzt, welche sehr viel leichter und schlanker als Nassestrich sind.

2. Möchte ich eine Flächenheizung auf dem Boden oder an Wand oder Decke installieren?

Wandheizung in Nassbauweise

Wandheizung in Nassbauweise

Die klassische Flächenheizung ist die Fußbodenheizung. Die Vorteile der Fußbodenheizung liegen auf der Hand – die milde Strahlungswärme sorgt für warme Füße und ein angenehmes Raumklima. Außerdem nehmen beim Einsatz einer Fußbodenheizung keine wuchtigen Heizkörper Platz im Raum ein. Doch warum nicht auch über eine Wand- oder Deckenheizung nachdenken? Eine Deckenheizung bietet sich an, wenn der Boden als Heizfläche nicht in Frage kommt, z.B. wenn alte Dielen erhalten bleiben sollen, die Aufbauhöhe oder die Tragfähigkeit des Bodens für eine Fußbodenheizung nicht ausreicht. Eine Wandheizung beschert euch gemütliche Wärme, ein angenehmes Raumklima und geringe Staubverwirbelung. Zudem ist die Wandheizung weniger träge als eine Fußbodenheizung und reagiert schneller auf Temperaturschwankungen. Wie auch eine Fußbodenheizung kann die Wandheizung im Sommer zudem als Raumkühlung eingesetzt werden. Natürlich könnt ihr eine Wand- oder Deckenheizung auch mit einer Fußbodenheizung kombinieren.

3. Wie viel Aufbauhöhe steht mir zur Verfügung?
Bodenaufbau beim Holzfasersystem

Bodenaufbau beim Holzfasersystem

In Altbauten oder bei bereits bestehenden Estrichfußböden muss häufig auf eine geringe Aufbauhöhe geachtet werden. Im Altbau empfehlen wir das Trockenbausystem oder das Dünnschichtsystem, mit dem sich eine Aufbauhöhe ab 17 mm (ohne Fußbodenbelag) realisieren lässt. Unsere Fußbodenheizungssysteme haben folgende Mindestaufbau- höhen:

  • Tackersystem: ab 66 mm (mit Faltplatte 15 mm und Calciumsulfat-Fließestrich)
  • Noppenplattensystem: ab 65 mm (mit Noppenplatte NP 11 und Calciumsulfat-Fließestrich)
  • Dünnschichtsystem: ab 17 mm (mit Folien-Noppenplatte DS FN 10)
  • Trockenbausystem: ab 45 mm (mit Trockenbauelement TBE 25-14 und Trockenestrichplatte 2 x 10 mm)
  • Holzfasersystem: ab 34 mm (mit Entkopplungsmatte)
  • Trockenbausystem TBS Neopor: ab 23 mm (mit Trockenbauelement TBS Neopor 19-16 und Entkopplungsmatte)

Weitere Infos findet ihr in unserer ausführlichen Tabelle zu den Aufbauhöhen der Fußbodenheizung.

4. Benötige ich eine zusätzliche Dämmung?

Wenn die Fußbodenheizung in nicht unterkellerten Räumen oder über unbeheizten Kellerräumen verlegt werden soll, empfehlen wir den Einsatz einer Zusatzdämmung von mindestens 20 mm. So geht die Wärme nicht verloren und ihr erreicht zudem den im Energiepass des Hauses geforderten Wärmedurchlasswiderstand. Beachtet bei der Planung jedoch, dass sich durch den Einsatz einer Zusatzdämmung die Aufbauhöhe der Fußbodenheizung erhöht. Eine Übersicht zu den Bodenaufbauten nach Mindestanforderungen findet ihr für jedes Fußbodenheizungssystem auf unserer Homepage.

5. Kann ich Nassestrich verwenden oder ist die Tragkraft der Decke nicht hoch genug?
Nassestrich auf dem Tackersystem

Nassestrich auf dem Tackersystem

Fußbodenheizungssysteme wie das Noppenplattensystem oder das beliebte Tackersystem, auf die Nassestrich als Lastverteilschicht aufgebracht wird, sind meistens preisgünstiger als Systeme mit Trockenestrich. Allerdings müsst ihr darauf achten, dass die Decke das Gewicht tragen kann. Bei Bauten mit geringer Traglastmöglichkeit sollte dies vom Statiker überprüft werden. Nassestrich wiegt, je nach Schichtdicke, mindestens 99 kg pro m². Trockenestrichelemente (z.B. von Fermacell) sind deutlich leichter und ideal für den Einsatz auf Holzbalkendecken geeignet.

6. Wie ist die Beschaffenheit des Bodens?

Der lastabtragende Boden muss vor der Verlegung der Fußbodenheizung eben und besenrein sein. Eventuell müsst ihr vor der Verlegung noch Ausgleichsarbeiten ausführen, damit der Untergrund den Ebenheits- und Winkeltoleranzen der DIN-Norm 18202 entspricht (insbesondere Tabelle 3, Zeile 3). Insbesondere grobe Unebenheiten und starke Gefälle müssen vor der Montage ausgeglichen werden. Eine Ausnahme bilden hier Fußbodenheizungssysteme, die mit dem Untergrund verklebt werden, zum Beispiel das Dünnschichtsystem. Hier gibt es oft die Möglichkeit, den Boden mit dem zu verwendenden Kleber auszugleichen. Wir empfehlen zusätzlich, den Boden vor der Verlegung der Fußbodenheizung hinsichtlich Tragfähigkeit, Oberflächenfestigkeit, Wärme- und Trittschalldämmung, Ebenheits- und Winkeltoleranzen, Nutz- und Einzellasten, Durchbiegung, Schwingung, Fugen, Feuchtigkeitssperre und Taupunktverschiebung zu überprüfen sowie, bei der Verwendung von Nassestrich als Lastverteilschicht, den höchsten Punkt zu markieren.

7. Welcher Bodenbelag ist geplant?
Laminat und Fußbodenheizung

Laminat und Fußbodenheizung

Prinzipiell könnt ihr jeden Bodenbelag verwenden, den ihr möchtet. Lediglich bei Teppichböden solltet ihr darauf achten, dass ihr Auslegware verwendet, die für die Verlegung auf Fußbodenheizungen hergestellt wurden. Im Fachhandel findet ihr eine große Auswahl an Teppichböden mit entsprechender Kennzeichnung. Wenn ihr auf Nummer sicher gehen möchten, fragt am besten den Fachhändler oder informiert euch beim Teppichhersteller. Hilfreich kann auch unserer Blogeintrag zum Thema Fußbodenbelag sein.

8. Wie viel Zeit habe ich für die Verlegung?

Alle Fußbodenheizungssysteme von Fördetherm sind für den Selbstbau geeignet – das Noppenplattensystem und das Tackersystem lassen sich sogar von einer Person alleine verlegen. Je nach Erfahrung und Größe des Bauprojekts kann die Verlegung einer Fußbodenheizung jedoch variieren – von einem Tag bis hin zu einer Woche. Gerade bei den komplexem Holzfasersystem TBS HF und Trockenbausystem TBS Neopor dauert die Verlegung länger, da ihr euch genau an eine detaillierte Verlegeanleitung halten müsst. Bei verwinkelten Bauprojekten geht zum Beispiel viel Zeit für das Zurechtschneiden der Systemelemente verloren. Zudem müsst ihr die Trocknungszeiten beim Einsatz von Nassestrichen beachten. Die Trockenphase von Nassestrich ist von Fall zu Fall unterschiedlich. Meist muss Nassestrich etwa 4 Wochen trocknen, bevor mit der Verlegung des Oberbodenbelags begonnen werden kann. Sprecht jedoch euren Estrichverleger an und fragt nach Trockenbeschleuniger für Nassestrich. Dadurch könnt ihr eine enorme Verkürzung der Trocknungsphase erreichen. Beim Einsatz von Trockenestrichelemente kann sofort nach der Montage der Bodenbelag verlegt werden.

 

Wenn ihr euch bereits für ein Fußbodenheizungssystem entschieden habt, schaut gerne auf den jeweiligen Planungsseiten auf unserer Homepage vorbei. Dort findet ihr nützliche Informationen zu Materialbedarf, Regelungszubehör, empfohlenem Werkzeug und viel mehr. Wir unterstützen euch bei allen Planungsschritten gerne – per E-Mail oder unter unser kostenlosen Infohotline. Wir freuen uns auf eure Fragen!

Tel.: 04342 – 799106
E-Mail: info@baudochselbst.de
Web: www.baudochselbst.de

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